Urwälder: Künstliche Intelligenz im Dronnetal auf dem Prüfstand

Aktualisiert am 5. Juni 2026

Seit 2024 führt der Regionale Naturpark Périgord-Limousin ein Programm zur Erfassung von Urwäldern im Einzugsgebiet der Dronne durch. Nach einer ersten Analysephase mithilfe von Luftbildern und modernsten Technologien werden derzeit Feldarbeiten zur Kartierung dieser einzigartigen Lebensräume durchgeführt.

Verschaffen Sie sich einen besseren Überblick über die ältesten Wälder der Region.

Charakteristisch für reife Wälder sind das Vorhandensein großer Bäume, Totholz und zahlreicher Mikrohabitate. Reservoire der Artenvielfalt besonders wertvoll, sind aber selten geworden.

Das Untersuchungsgebiet umfasst ein 240 km² großes Einzugsgebiet, von dem etwa die Hälfte bewaldet ist. Knapp 40 % dieser Waldflächen gelten als Urwälder, also Wälder, die seit mehreren Jahrhunderten ohne Unterbrechung forstwirtschaftlich genutzt wurden. Ein uralter Wald ist nicht unbedingt ein alter Wald. Die ökologische Reife ist das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem Bäume altern, Totholz ansammeln und Lebensräume entwickeln, die für viele Arten günstig sind.

Eine innovative Methode zur gezielten Ansprache der vielversprechendsten Sektoren

Um die Gebiete zu identifizieren, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit alte Wälder vorkommen, hat der Park eine von der Beratungsfirma i-Sea entwickelte Methode angewendet, die auf künstlicher Intelligenz, Luftbildanalyse und LiDAR-Daten basiert.

Von den rund 12.000 Hektar Wald im Einzugsgebiet wurden mit diesem Ansatz etwa 300 Hektar potenzieller Urwald identifiziert. Nach einer Phase weiterer Analysen und Kartierungsprüfung wurden 90 Waldflächen für Felduntersuchungen ausgewählt. Diese Kampagne erforderte die Kontakt zu 170 Eigentümern hergestellt repräsentiert mehr als 360 Katasterparzellen.

Die ersten Ergebnisse sind besonders ermutigendIm Vergleich zu einem Ansatz, der ausschließlich auf der visuellen Analyse von Luftbildern basiert, verbessert die i-Sea-Methode die Fähigkeit, Gebiete mit für die Waldreife günstigen Merkmalen zu identifizieren, deutlich. Die Erkennungsrate des Strukturpotenzials steigt dadurch von etwa 7 % auf über 80 %.

Das Feld bleibt unerlässlich.

Seit Frühjahr 2026 führen Praktikanten im Park Erhebungen gemäß dem Protokoll des South Atlantic National Botanical Conservatory durch. Bis heute Es wurden 115 Parzellen mit einem Radius von 20 m erfasst. innerhalb von 50 Waldpolygonen.

Beobachtungen zeigen jedoch, dass die Analyse aufeinanderfolgender Luftbilder derzeit nicht ausreicht, um das Vorhandensein von Urwäldern zu garantieren. Inventuren belegen, dass etwa 60 % der untersuchten Gebiete aus noch relativ jungen Wäldern bestehen. Rund 30 % davon können jedoch als Vor-Urwald eingestuft werden, also als Bestände, die bereits gewisse Merkmale von Urwäldern aufweisen und deren ökologischer Wert im Laufe der Zeit noch steigen könnte. Weniger als 10 % der untersuchten Flächen erreichen heute den Status eines Urwaldes, was die Seltenheit dieser Lebensräume in der Region bestätigt.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die forstwirtschaftliche Geschichte der Region Périgord-Limousin, geprägt von jahrhundertelanger Nutzung und vielfältigen Verwendungen, die heutigen Bestände maßgeblich beeinflusst hat. Sie zeigen auch, dass viele Wälder ein erhebliches Entwicklungspotenzial besitzen, wenn Bäume bis ins hohe Alter erhalten bleiben.

Die Bestandsaufnahmen werden bis zum Ende des Sommers fortgesetzt, um die Kartierung der Altwälder im Einzugsgebiet zu verfeinern. Diese Studie bestätigt bereits, dass künstliche Intelligenz bei der Erfassung von Urwäldern ein leistungsstarkes Instrument ist, die Expertise von Naturforschern vor Ort jedoch weiterhin unerlässlich ist, um die wahren Waldschätze der Region zu erschließen.

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